BKUD Sebilj e.V.
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Kultur verstehen

Was ist der Sandžak?

Geschichte, Sprache und Kultur der Region, die unser Repertoire prägt.

Der Sandžak ist eine historische und kulturelle Landschaft im Westen der Balkanhalbinsel. Sie liegt heute im Südwesten Serbiens und im Nordosten Montenegros. Zu ihren größeren Städten gehören Novi Pazar, Sjenica, Tutin, Prijepolje, Priboj und Nova Varoš auf serbischer sowie Rožaje, Bijelo Polje, Plav und Pljevlja auf montenegrinischer Seite. Die meisten unserer Mitglieder haben Familienwurzeln in Novi Pazar, Sjenica und Tutin.

Woher der Name kommt

Der Name geht auf das osmanische Verwaltungswesen zurück. Sancak bezeichnete im Osmanischen Reich einen Verwaltungsbezirk; das Wort bedeutet ursprünglich Banner oder Fahne. Der Sandžak von Novi Pazar war über Jahrhunderte eine solche Einheit und bildete die Landbrücke zwischen Bosnien und dem Kosovo.

Für unseren Verein ist ein historisches Detail besonders bedeutsam: Novi Pazar wurde um 1461 von Isa-beg Ishaković gegründet — von demselben Statthalter, auf den ein Jahr später auch die Gründung Sarajevos zurückgeht. Die enge Verbindung zwischen Bosnien und dem Sandžak ist also kein Gefühl, sondern Stadtgeschichte.

Eine eigenständige Kultur

Die Bevölkerung des Sandžak ist zu großen Teilen bosniakisch, gesprochen wird Bosnisch in einer regionalen Ausprägung. Die Region hat eine eigene musikalische Tradition, eigene Trachten, eine eigene Küche und ein reiches osmanisches Bauerbe — die Altun-alem-Moschee in Novi Pazar aus dem 16. Jahrhundert etwa oder die Festung Ras mit dem nahe gelegenen Kloster Sopoćani, das zum UNESCO-Welterbe zählt. Der Sandžak ist damit auch ein Ort, an dem islamisches und orthodoxes Erbe unmittelbar nebeneinanderstehen.

Der Weg ins Ruhrgebiet

Ab den 1960er Jahren wanderten viele Familien aus der Region als Gastarbeiter nach Westeuropa aus, weitere folgten in den 1990er Jahren. Das Ruhrgebiet gehört seither zu den Zentren der Sandžaklija-Diaspora in Deutschland.

Wenn wir in Mülheim ein Kolo aus Sjenica tanzen, ist das kein Import — es ist Familiengeschichte.

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